Traumafolgestörungen

Traumafolgestörungen sind Reaktionen auf überwältigende oder langanhaltende Belastungen. Sie können sich vielfältig zeigen. Dazu zählen Ängste, innere Unruhe, Schlafprobleme, emotionale Taubheit, Verhaltensauffälligkeiten und Schwierigkeiten in Beziehungen. 

Was sind Traumafolgestörungen

Traumafolgestörungen bezeichnen die anhaltenden psychischen und körperlichen Reaktionen auf überwältigende oder langandauernde Belastungen. Wenn Erfahrungen von Ohnmacht, Bedrohung, Hilflosigkeit, tiefer Verzweiflung oder extremer Stress nicht verarbeitet werden konnten, können sich Symptome entwickeln, die das Leben der Betroffenen spürbar belasten.

Fast alle psychiatrischen Erkrankungen können mit traumatischen Erlebnissen verknüpft oder durch sie bedingt sein. Ca 1/3 aller traumatischen Ereignisse führen zu einer Erkrankung. Die häufigste Traumafolge ist nicht die PTSD, sondern die Depression. (Bosse, 2022)

Traumafolgestörungen sind keine „Schwäche“, sondern Folgen belastender Erlebnisse.

Wie entstehen Traumafolgestörungen

Traumafolgestörungen entstehen, wenn ein Mensch Situationen erlebt, die als extrem bedrohlich, überwältigend oder ausweglos empfunden werden. 

In solchen Momenten schaltet unser Nervensystem auf „Überleben“: Kampf, Flucht oder Erstarrung. Das sind automatische Schutzreaktionen. Diese sind lebenswichtig. Problematisch wird es, wenn der Körper nach dem traumatischen Ereignis nicht vollständig in einen Zustand von Sicherheit und Ruhe zurückfindet. Dann bleiben Teile der Stressreaktion „stecken“. 

Erinnerungen werden nicht wie gewöhnliche Erfahrungen abgespeichert, sondern fragmentiert als intensive Bilder, Körperempfindungen oder Gefühle. 

Später können scheinbar harmlose Auslöser (Gerüche, Geräusche, Situationen) das alte Alarmsystem wieder aktivieren. Betroffene erleben dann z. B. starke Anspannung, Angst, innere Unruhe oder das Gefühl, wie gelähmt zu sein.

Traumafolgestörungen zeigen sich nicht nur in Erinnerungen, sondern auch im Erleben und Verhalten im Hier und Jetzt. Betroffene fühlen sich innerlich angespannt oder wie betäubt. Sie reagieren stark auf bestimmte Reize oder haben das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Gefühle, Gedanken und Körperreaktionen können plötzlich auftreten, auch wenn eigentlich aktuell gar keine Gefahr besteht. Der Körper reagiert dann so, als wäre die Bedrohung noch gegenwärtig.

Diese Reaktionen sind keine bewusste Entscheidung. Sie sind Ausdruck eines Nervensystems, das gelernt hat, besonders wachsam zu sein, um sich zu schützen. Mit therapeutischer Unterstützung kann dieser Zustand schrittweise reguliert werden, sodass Sicherheit wieder spürbar wird und belastende Symptome an Intensität verlieren.

Behandlung von Traumafolgestörungen

Bei Traumafolgestörungen wie der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder komplexen PTBS zeigen wissenschaftliche Studien deutlich, welche Behandlungsformen am besten geeignet sind. Dabei geht es vor allem darum, belastende Erlebnisse zu verarbeiten, Symptome zu verringern und Lebensqualität zu verbessern. Hierzu zählt die kognitive Verhaltenstherapie.

Bei der trauma-fokussierten kognitiven Verhaltenstherapie (TF-KVT) werden Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen rund um das Trauma systematisch bearbeitet.

Eine Traumatherapie kann helfen, traumatische Erfahrungen besser zu verarbeiten und die Wirkung der Folgen eines Traumas deutlich zu verringern und die Lebensqualität traumatisierter Menschen deutlich zu verbessern.

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